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XtL, E-Fuels und HVO

Alternativen zum Erdöl können mittlerweile auf Basis von verschiedenen Pflanzen, Holzresten oder Speiseabfällen hergestellt werden, die Gewinnung erfolgt also nicht mehr aus fossilem Erdöl.

Durch den Einsatz der unterschiedlichen Alternativen spart man Ressourcen und herkömmliche Fahrzeuge können weiter genutzt werden, da die XtLs den Eigenschaften von bisherigen Kraftstoffen nahe kommen und beigemischt werden können. Umweltschutz kann somit recht einfach sein!

E-Fuels, HVO, XtL,... was ist das eigentlich? Sie alle gehören zu der Familie der XtL-Kraftstoffe, auch eine Kraftstoffnorm gibt es schon, die EN 15940.

Wir fassen mal näher zusammen:

Was bedeuten die Abkürzungen überhaupt?

XtL wird als Kennzeichnung für paraffinische Diesel verwendet und bedeutet ausgeschrieben "X to Liquid", d.h. ein beliebiges Ausgangsmaterial "X" wird umgewandelt in einen flüssigen Energieträger.

Es ergeben sich daher unterschiedliche Produkte, ausgehend von den Rohstoffen Kohle (CtL – Coal-to-Liquid), Biomasse (BtL – Biomass-to-Liquid) oder Erdgas (GtL – Gas-to-Liquid).

PtL steht dabei für "Power-to-Liquid" und sind die sog. "E-Fuels".

HVO steht hingegen für "Hydrotreated Vegetable Oils", das heißt, sie bestehen u.a. aus hydrierten Pflanzenölen, das sind größtenteils Abfallstoffe der Lebensmittelindustrie, wie benutztes Speiseöl oder Fette.

An den Tankstellen die Arten unter der Kennzeichnung XtL geführt werden.

Wie funktioniert die Herstellung?

Zunächst muss man wissen, dass es zwei verschiedene Herstellungsarten gibt:

Man differenziert zwischen synthetischen Kraftstoffen, die nach dem Fischer-Tropsch-Verfahren hergestellt werden, und paraffinischen Dieselkraftstoff aus hydrierten Pflanzenölen.

Kommen wir erstmal zu den Fischer-Tropsch-Kraftstoffen:

Hier wird zuerst das sogenannte Synthesegas erzeugt, das ist eine Mischung aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff. Aus diesem Gas wird dann paraffinischer Kraftstoff gewonnen.

Es gibt dabei verschiedene Ausgangsprodukte, die verwendet werden wie z.B. Kohle, Biomasse oder Erdgas. Abhängig davon entstehen dann CtL, BtL oder GtL.

Speziell PtL, also den klassichen E-Fuels, werden aus Wasser, CO2 und Strom hergestellt, wobei letzteres aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Kohlenstoffdioxid ist hier aber alles andere als ein Abfallprodukt, sondern wird als Rohstoff genutzt.

Der gewonnene Stoff kann dann die Eigenschaften verschiedener Kraftstoffarten erfüllen, je nachdem, wie er letztendlich angepasst wird.

Herstellung von E-Fuels anhand einer bildlichen Graphik
Stand Januar 2023
Quelle: efuel-today

Dann gibt es noch paraffinischen Dieselkraftstoff aus hydrierten Pflanzenölen, kurz HVO.

Das sind Pflanzenöle, die durch eine katalytische Reaktion mit Wasserstoff (Hydrierung) in Kohlenwasserstoffe umgewandelt werden.

Die Eigenschaften von Pflanzenölen werden dabei an fossile Kraftstoffe angepasst, speziell erzeugt man so die Eigenschaften von Diesel.

Dem herkömmlichen Dieselkraftstoff können die gewonnen Pflanzenöle dann beigemischt werden, natürlich gibt es aber auch Reinformen.

Anders wie bei E-Fuels, kann man die Eigenschaften verschiedener Kraftstoffarten hier nicht "einfach so" anpassen.

Zugeschraubte Flasche steht auf einem Tisch. Zu sehen ist flüssiges, durchsichtiges HVO.

Hier seht ihr fertiges HVO, klar und geruchsneutral kommt es in die Tanks.

Ist HVO dann Biodiesel?

HVO wird öfter als "Biodiesel" bezeichnet, das liegt u.a. an den biologischen Grundstoffen.

Das ist allerdings in der Form nicht ganz richtig. Unter Biodiesel zählen Kraftstoffe aus Fettsäuremethylester (sog. FAME). Durch Umesterung wird so zum Beispiel Rapsölmethylester (RME) gewonnen.

Das ist bei HVO allerdings nicht der Fall. Wie oben bereits beschrieben, zählt HVO zu den paraffinischen Kraftstoffen, die werden unter dem Begriff XtL zusammgengefasst. Die Herstellung erfolgt mittels Hydrierung.

FAME und HVO unterliegen außerdem anderen Normen, das liegt an der unterschiedlichen chemischen Struktur. Bei FAME greift die DIN EN 14214, für HVO und andere XtL-Stoffe gilt die Norm DIN EN 15940.

Wer darf den Kraftstoff tanken?

Mittlerweile haben einige deutsche Automobilkonzerne die Freigabe erteilt, dass HVO als Reinkraftstoff für deren Produktpalette geeignet ist.

Auch viele Bau- und Landmaschinenhersteller haben so gut wie alle Produkte für den Kraftstoff freigegeben.

Bitte achten Sie trotz allem auf die Freigaben des Herstellers, ob die neuen Kraftstoffsorten auch für Ihr Fahrzeug geeignet sind. Generell zeichnet sich HVO aber für die Kompatibilität mit bestehenden Diesel-Fahrzeugen aus.

Quelle: ADAC, XTL, HVO-Diesel & Co.: Neue Kraftstoffe ab 2024 (vom 28.12.2023)

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